TIPP DES TAGES




Kleine Preisfrage: Was kommt heraus, wenn man eine große Portion Neue Deutsche Welle mit einem Schuss Synthie-Pop anrichtet und einer Prise 80er Jahre abschmeckt? Klare Antwort: die neue Scheibe "Opiate" von Superikone!

Gleich vornweg, der Sound des neuen Projekts von Malte Schmidt Kohl geht sofort ins Ohr und die Beine. Der Kölner Musiker, u.a. bei "Lunastoy" aktiv, hat es verstanden, ein feines Gespür für tanzbare Elektro-Musik zu entwickeln. Die Songs sind klar aufgebaut, die Klangteppiche werden fein gewebt und überflüssige Klangschnipsel haben bei Malte sowieso keine Chance. Die Clubs werden es ihm danken!

Superikone - Malte el Nino Auf Anhieb sympathisch waren dem ELEKTROpopper die deutschen Texte des Sängers. Die gibt es in der Szene viel zu selten und es ist gut, dass diese Lücke langsam aber sicher gefüllt wird. Dafür ein dickes Lob. Das Hauptthema der Texte ist klar- Liebe und der Schmerz, der durch sie verursacht wird. Das ist natürlich legitim, aber Malte muss aufpassen, dass er nicht auf ewig in der "Weiber-Electro-Ecke" geparkt wird. Dafür braucht es mehr Lieder mit Botschaften. Ein gelungenes Beispiel dafür ist das Lied "Höher, Schneller, Weiter!". Ein Song gegen die graue Gleichmacherei des alltäglichen Arbeitstaktes. Hier merkt man, dass Superikone auch "was zu sagen haben" und nicht nur unpolitische Liebeslyrik beherrschen. Bitte mehr davon!

Ein sprichwörtliches Haar in der neuen Suppe von Superikone hat der ELEKTROpopper im stimmlichen Klang der Lieder gefunden. Den professionellen Sounds fehlt die passende Stimme. Sie unterlegt den geilen Sound mit Text, jedoch ohne ihm den entscheidenden Kick zu geben. Malte kann sich nicht recht entschieden, ob er eher rau und hart oder weich und geschmeidig klingen soll. Hier ist mehr Klarheit nötig. Zwei mögliche Wege zeigen sich da auf: entweder Suprikone werten die Stimme elektronisch auf und knüpfen damit an die vorhandenen Ansätze von Liedern wie "Tränen" an, oder man entschließt sich, weiter zu variieren und zusätzlichen Stimmen eine Chance zu geben. Warum gibt es nicht mal ein Lied von Superikone mit komplett weiblichen Vocals?

Die Möglichkeiten zur Entwicklung sind da und der ELEKTROpopper ist gespannt, in welche Richtung Superikone schreiten wird! Der vorliegende Longplayer macht jedenfalls Lust auf mehr. Der ELEKTROpopper drückt für den Erfolg der Erstveröffentlichung kräftig die Daumen.

Euer ELEKTROpopper

Dresden, 13.10.2003



Link zu Superikone: www.Superikone.de


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